Begegnung mit Gästen aus Burkina Faso

09.12.2019

Der Eine-Welt-Kreis Wartberg ob der Aist hat im Frühjahr 2019 Gäste aus Burkina Faso zu einem Begegnungsabend in die Pfarre eingeladen, um sich über die Auswirkungen der Klimakrise auf die Landwirtschaft auszutauschen. Christine Plank und Paula Kohlberger vom Eine-Welt-Kreis berichten über diesen Abend.

Lebensräume in der Wüste schaffen

beGRENZte Lebensräume mutig überwinden

Zahlreiche interessierte BesucherInnen folgten im Frühling dieses Jahres der Einladung des Eine-Welt-Kreises zur Begegnung mit Gästen aus Burkina Faso. Désirée Somé und Sr. Adeline Ouedraogo berichteten von ihrer Arbeit in der westafrikanischen Sahelzone. Leben in diesen Ländern bedeutet, klimatische Extrembedingungen wie Dürre und Überschwemmungen ausgesetzt zu sein. Abholzungen für Feuerholz und Bauland sowie landwirtschaftliche Ausbeutung des Bodens führen zur fortschreitenden Versandung des Bodens und somit zum Verlust eines haltgebenden Untergrundes für Pflanzen. Fehlende landwirtschaftliche Erträge für BäuerInnen und Hungersnöte lassen Menschen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen aus ihren Heimatdörfern fortziehen. Unvorstellbar, dass dennoch bei 40 Grad im Schatten Gemüse, Getreide und Bäume gedeihen können.

Ermutigung

Menschen, die sich von den unwirtschaftlichen Lebensbedingungen nahe der Sahara nicht entmutigen lassen, bemühen sich, in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeprojekten, landwirtschaftlich nutzbare Flächen vor Bodenerosion zu schützen. Indem sie sie bepflanzen und gezielt bewässern. Das Wissen um die Notwendigkeit von Bäumen zur Verbesserung des Bodens und die Entstehung eines förderlichen Mikroklimas für weitere Pflanzen ist über Generationen verloren gegangen. Landwirtschaftliche Methoden aus der Kolonialzeit ließen Bäume verschwinden. Großflächige, hindernisfreie Plantagen für Monokulturen wurden geschaffen. Heute werden Kleinbauern ermächtigt, alle koloniale Traditionen der Landwirtschaft in Frage zu stellen. Sie erhalten Schulungen, wie auf ausgetrockneten Böden Bäume und Sträucher wieder zu wachsen beginnen. Zweifel, sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Geldgebern, müssen überwunden werden, um mit an das Klima angepasste Aufforstungs-Methoden nachhaltige Pflanzenvielfalt zu schaffen.

Schwester Adeline erzählt aus ihrer eigenen Kindheit: „Wir Kinder werden vor dem Schulbesuch regelmäßig zur Wasserstelle geschickt, rund 20 Kilometer entfernt. Bereits um drei oder vier Uhr in der Früh gehen wir von Zuhause weg, um Kanister mit Trinkwasser zu befüllen. Als wir wieder heimkommen, wird dieses Wasser nur teilweise zum Kochen, Trinken und Waschen verwendet. Mit dem größten Teil werden die frisch gesetzten Bäume auf dem Grundstück des Großvaters gegossen. Als Kind konnte ich diese tägliche Anstrengung nicht verstehen – so viel Mühe für ein Kind – um das Wasser dann auf die Erde zu schütten! Erst als ich älter wurde und die Bäume größer, konnte ich erkennen, wie sich die Mühe gelohnt hatte. Die Bäume waren zu Schattenspendern geworden und andere Pflanzen fanden gute Lebensbedingungen vor.“ 

Begegnungen mit Gästen werden von Welthaus jedes Jahr im April/Mai angeboten und können in Schulen oder Pfarren durchgeführt werden. Mehr Infos finden Sie hier.

FAIRwandlung: Begegnungen mit Gästen aus dem globalen Süden ermöglichen einen authentischen Eindruck vom Alltag und den Lebensweisen von Menschen aus anderen Kulturen. Außerdem geben sie eine Orientierung für das eigene Leben sowie eine Vision für das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft und zeigen Schritte zum Handeln im eigenen Umfeld.