Fastenzeitprojekt „Plastikfasten“

07.02.2020

Die Pfarren des Dekanats Weyer starteten 2018 und 2019 eine besondere Fastenaktion: Sie versuchten, auf Plastik zu verzichten und möglichst viele Alternativen dazu zu finden. Hier erzählt Anita Buchberger, wie sie vorgegangen sind und wie es ihnen dabei ergangen ist.

Fastenzeitprojekt „Plastikfasten“

Beim Projekt „40 Tage ohne Plastik", befassten wir uns damit, verschiedene Mittel und Wege zu finden, um Plastikmüll zu vermeiden. Am Projekt beteiligten sich alle 9 Pfarren/Gemeinden des Dekanats Weyer der Diözese Linz und wollten dabei auf die Schöpfungsverantwortung hinweisen, denn Ziel der Aktion ist und war es, sich bewusst mit möglichen Alternativen von Plastik auseinanderzusetzten und erste Schritte für eine nachhaltige(re) Zukunft zu setzen. Gemeinsam forschten wir nach Tipps und Tricks um den Plastikwahnsinn in unserem eigenen Umfeld zu beseitigen.

Was als kleines Projekt startete, sprach sofort sehr viele Menschen aus unserer Umgebung an (gesamtes Dekanat Weyer und Diözesanweites Interesse) und durch Werbung und Mundpropaganda war das Projekt sofort in aller Munde. Auch der ORF berichtet über unser Projekt, ebenso wie viele regionale Medien. Auf unserer Homepage wurde ein Blog angelegt, wo die erhaltenen Möglichkeiten mit allen geteilt wurden und jeder konnte sich die neuesten Methoden sofort ansehen. Ob Tipps für das Badezimmer, Kosmetik, Haushalt Babys oder spirituelle Impulse es gab jede Woche viel neues auf der Homepage zu entdecken bzw. nützen wir auch unterschiedlichste social Medias. Ebenso gab es auch einen Aufruf mit dem „gesammelten“ Plastikmüll während der Fastenzeit „Skulpturen herzustellen“ und diese wurden dann beim Abschlussabend im Rahmen einer kleinen Vernissage ausgestellt. Kurzum: es gab viele Möglichkeiten (für alle Altersgruppen) sich zu beteiligen. Egal ob in Workshops gezeigt wurde wie man Wachstücher herstellt oder auch der inhaltliche Austausch – jedeR hatte die Chance sich zu beteiligen!

Die Projektinitiatorinnen waren Petra Schwödiauer und Anita Buchberger.

Was war die Ausgangslage für unser Projekt?

Seit mehreren Jahren wird in der katholischen Kirche darauf aufmerksam gemacht, dass Fasten nicht nur mit dem Essen zu tun hat. Die Fastenzeit soll eine heilsame Zeit sein, eine Zeit in der wir überdenken was uns gut tut und was nicht, eine Zeit in der wir versuchen, bewusster zu leben und vielleicht auf manches Gewohnte und Praktische verzichten, dass uns nicht wirklich gut tut. Aufgrund dieses Grundgedankens entwickelte sich das Projekt. Ziel der Aktion war es, sich mit möglichen Alternativen von Plastik auseinanderzusetzten und erste Schritte für eine nachhaltige(re) Zukunft zu setzen. Es geht um einen zukunftsfähigen Lebensstil, um die Reduzierung der Einwegprodukte und die Schöpfungsverantwortung auch im täglichen Leben ernst zu nehmen. Das eigene Konsumverhalten immer zu überprüfen ist nicht nur Aufgabe in der Fastenzeit, sondern sollte Bestandteil unseres alltäglichen Lebens sein. Deshalb soll diese Zeit auch immer wieder als Start für einen neuen Lebensstil verstanden werden.

Zeitplan am Beispiel der 1. Ausführung unseres Plastikfastenprojekts.

12. Sept. 2017            Austauschabend Schöpfungsverantwortung – Projektidee
Okt.-Dez. 2017           Recherche, erste Gespräche mit „Unterstützerinnen“ im Dekanat, Vorstellung des Projekts in der Pastoralkonferenz
Dez. 17 – Jän. 2018   Detailplanung des Projekts; Plakate; Werbe/Motivationsmails; Erstellung der inhaltlichen Jugendstunden
14. Febr.                     Projektstart
18. Febr.                     Gottesdienst zum „Plastikfasten“ - Schöpfungsverantwortung
21. Febr.                     Taizégebet (von und für Jugendliche) zum „Plastikfasten“ - Schöpfungsverantwortung
17. Febr.                     Filmvorführung Laussa
8. März                       Austauschabend – Zwischenreflexion
15. März                     Filmvorführung in Ternberg
31. März/-1. April        Ende der Fastenzeit – Plastikfastenaktion
März/April                   Workshop Bienenwachstücher
5. April                        Reflexionstreffen und Vernissage
April                            Reflexionstreffen der Initiatorinnen

Während der Fastenzeit:
Regelmäßige Tipps und Impulse auf der Dekanatshomepage

Zusätzlich zum „allgemeinen Aufruf“ sich am Plastikfastenprojekt zu beteiligen, wurde auch speziell noch der Fokus auf die jungen Menschen im Dekanat gelegt – denn Plastikfasten betrifft jede Frau/jeden Mann ob jung oder alt! Uns als Initiatorinnen war es wichtig, dass es auch für alle jungen Menschen die Möglichkeit gab, sich bewusst am Projekt zu beteiligen.  Es wurden im Vorfeld eigene „inhaltliche Jugendstunden“ entworfen und Jugendliche wurden aufgefordert aus Plastikmüll Skulpturen, Bilder herzustellen, welche beim Abschlussabend/Reflexionsabend im Zuge einer kleinen Vernissage ausgestellt wurden.

Des weiteren wurden auch die neuen Mittelschulen im Dekanat angeschrieben und eingeladen, sich bei der Aktion zu beteiligen. Dazu wurde eigens ein umfangreiches Unterrichtsmaterialpaket erstellt und zur Verfügung gestellt.

 

Kontakt und weitere Informationen bei:

Anita Buchberger
Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Weyer
Oberer Kirchenweg 1
3335 Weyer
Tel. 0676 8776 5716
anita.buchbergerdioezese-linz.at